Widmers unterwegs

Mittwoch, 16. Oktober 2024

Salzwüste

Zuerst erholen wir uns vom gestrigen Konzert und der anstrengenden Heimfahrt über die nächtliche Stadt-Autobahn. Gut, gerade ruhig ist es zwar nicht auf dem Campingplatz: mehrere Mitarbeiter verteilen mit ihren Laubbläsern unter Getöse Staub und ein paar welke Blätter von einer Ecke in die andere, und unser auf der Homepage als “very private and quiet” angepriesene Platz ist in Wahrheit nur durch eine Hecke von der dahinter liegenden Strasse getrennt. Natürlich ist hier gerade Baustelle und der Bagger fährt im 20-Minuten-Takt mit seinen Raupen klackernd über den Asphalt von einem Ende der Baustelle zum anderen.. Aber ja, dafür sind wir praktisch nahe an der Stadt :)

Heute verzichten wir auf die Pancakes an der Reception und bereiten dafür bei uns zu Hause ein schmackhaftes Frühstück zu. Wir backen unsere Gipfeli, bis sie schön warm und knusprig sind, toasten Brot und dazu gibts Saft und Früchte; wenn wir schon mal wieder Strom einstecken können, so schöpfen wir aus dem Vollen! Plötzlich merken wir, dass wir den Platz ja um 11 Uhr geräumt haben müssen und es wird eine halbe Stunde lang emsig abgewaschen, Wasser gefüllt, geleert, Slide-Outs eingefahren usw., halt unsere inzwischen üblichen und gut eingespielten Abläufe vor der Abfahrt. Wir schaffens pünktlich, entsorgen unseren Abfall sogar noch (getrennt, wie es sich gehört) und dann fahren wir los.

Unser heutiges Ziel sind die Bonneville Salt Flats, ein paar zig Meilen im Westen der Stadt. Ein ausgetrockneter See hat dort eine riesige Salzwüste mit weissem Boden voller schöner Strukturen zurückgelassen, das wollen wir uns ansehen. Es ist zwar nicht gerade ein Katzensprung dahin, aber irgendwie passt es uns gerade in den Kram, gemütlich auf einem Highway vor uns hin zu fahren, dazu Musik oder wieder einmal ein bisschen Hörbuch zu hören und unsere Gedanken wandern zu lassen. Unterwegs halten wir ein paar Mal an um ein paar Fotos zu machen, einige Schritte über die Salzkristalle zu gehen oder einen Zmittag zu essen und eine gemütliche Siesta im Camper zu machen.

Wohnt hier wohl der Salzprinz?

Pause beim Tree of Utah

Irgendwann merken wir, dass wir bei unserem heutigen Unternehmen knapp über die Staatsgrenze in den Bundesstaat Nevada gelangt sind, und wir beschliessen, ein Glace zu essen bevor wir umkehren und alles wieder zurück zu fahren. Irgendwie besteht diese erste Ortschaft nur aus ein paar Casinos (dafür ist Nevada ja bekannt, Las Vegas liegt auch in diesem Bundesstaat), Truck Stops und Fast Food Läden. Wir verabschieden uns von der Gelato-Vorstellung im Kopf und holen uns einen McFlury zum teilen. Mmh! Dafür hat sich die Fahrt echt gelohnt :)

Wir fahren also um eine Erfahrung reicher wieder zurück in Richtung Salt Lake City, durch die Stadt hindurch und nach Osten wieder hinaus. In der Nähe von Park City hat uns Marco einen ruhigen Campingplatz herausgesucht, wo wir diese Nacht parkieren. Es handelt sich um Dry Camping (d.h. ohne Anschlüsse) und nachdem wir uns beim Bezahlen der Parkgebühr von zwei Hunden haben anbellen lassen (sie waren zum Glück hinter einem hohen Zaun), essen wir gemütlich einen Znacht und stossen mit “Rimus” auf die Ferien-Halbzeit an. Heute vor vier Wochen sind wir in Kanada angekommen, heute in vier Wochen nehmen wir in Los Angeles den Flieger zurück nach Hause. Unsere Ferien erscheinen uns ewig lang und wir geniessen es unglaublich, so frei unterwegs zu sein. Aber irgendwie ist die Erinnerung an Kanada auch schon wieder etwas am Verblassen, wir haben so viel erlebt in der Zwischenzeit. Wir hoffen nur, dass die zweite Hälfte nicht noch schneller vorüber geht als die erste, denn für den Heimflug sind wir noch nicht bereit :)