Arches National Park
Gestern Abend haben wir etwas verrücktes beschlossen: Wenn der Arches-Nationalpark ab 7 Uhr ein Ticket verlangt, muss man halt einfach vor 7 Uhr durchs Tor. Also haben wir uns vorgenommen, den Sonnenaufgang vom Montagmorgen durch einen Gesteinsbogen anzukucken. Das bedeutet, dass der Wecker heute um 5:30 Uhr klingelt. Natürlich ist es draussen noch stockdunkel und es gar nicht so einfach, den Weg von unserem Stellplatz zurück auf die Hauptstrasse zu finden. Wir verfahren uns und erreichen die Hauptstrasse schliesslich quer durch eine Baustelle, vorbei an “Road Closed Ahead” Schildern; ups. Aber mitten in der Nacht interessiert das noch keinen…
Wir fahren mal wieder in Richtung Moab und biegen auf die Zufahrt zum Nationalpark ein; ein ganz anderes Bild als gestern! Wir können direkt zum Gate durchfahren, werden mit einem Plan des Parks ausgestattet und sind um halb sieben schon durch die Kontrolle; geschafft! Wir fahren zur Gesteinsformation, die “The Windows” genannt wird, es hat hier gleich vier der bekannten Gesteinsbögen. Als wir auf dem Parkplatz ankommen, beginnt es langsam zu dämmern und wir packen rasch einen Rucksack mit unserem Frühstück, um uns die Zeit bis zum Sonnenaufgang zu versüssen.
Wir suchen uns einen Sitzplatz unter einem Bogen und warten mit Orangensaft, Schoggibrötli und einem Apfel auf die Sonne. Wir brauchen ziemlich Sitzleder und haben wieder einmal alle warmen Kleider an, die der Camper so hergibt, aber schliesslich lohnt sich die Geduld und die Sonne schenkt uns ihre ersten Strahlen des Tages.
Im Anschluss klappern wir die verschiedenen Viewpoints des Nationalparks ab, es hat hier an jeder Ecke bogenförmige Gesteinsformationen, der Führer spricht von über 2000. Die grösseren sind nach amerikanischer Manier alle kreativ benannt worden und haben einen eigenen Parkplatz und einen Trail mit Viewpoint, damit man sie gut besichtigen kann.
North & South Windows
Delicate Arch
Balanced Rock
Schnell macht sich Müdigkeit in unseren Knochen breit, irgendwie haben wir in dieser kurzen Nacht nicht sonderlich gut geschlafen. Schon praktisch, haben wir immer unser Bett dabei! Bei jedem Viewpoint legen uns nach der Ankunft nochmals kurz aufs Ohr, um für die Besichtigung des jeweiligen Bogens neue Kräfte zu sammeln.
Kurz vor dem Mittag nehmen wir uns noch den Landscape Arch vor, da hat es einen etwas längeren Trail und wir sind fast zwei Stunden unterwegs. Aber wenn man so frühmorgens anfängt, hält der Tag ewig hin!
Landscape Arch
Double O Arch
Nach dem Marsch haben wir Hunger, also halten wir an einem schönen Plätzchen an und kochen Gnocchi mit Birnen-Gorgonzolasauce. Wir beschliessen, dass das genug Bögen waren für heute und machen uns bereit für die Weiterreise. Wir wenden Moab den Rücken zu, zu Marcos grosser Erleichterung, und fahren am Nachmittag noch ca. zwei Stunden bis in die Nähe des Goblin Valley State Parks. Wieder gehts auf einen Kiesweg, wir fahren auf eine Anhöhe, auf der schon einige Camper herumstehen. Wir finden auch noch ein freies Plätzchen und setzen uns voller Freude mit den Campingstühlen in die Abendsonne, es ist noch schön warm!
Wir beraten, was wir jetzt noch anstellen sollen, und weil es noch hell ist und nicht stark windet, beschliessen wir, wieder einmal einen Grillversuch zu starten. Gesagt, getan. Simone hätschelt dieses Mal das Feuer und Marco rüstet Peperoni, Pilze, Kartoffeln und unsere Rindsplätzli. Dazwischen geniessen wir kurz den Sonnenuntergang und fühlen uns gleich wieder an unser frühmorgendliches Unternehmen erinnert. Dieses Mal haben wir aber nicht mehr so warme Kleider an!
Ohne jetzt in alle Details zu gehen bezüglich unserer Grilliererei, im Wesentlichen kriegen wir es nicht viel besser hin als letztes Mal. Es dauert wieder zwei Stunden, das Gemüse schmeckt ziemlich geräuchert und das Fleisch ist nicht so zart wie wir es gerne hätten. Immerhin kommen die Kartoffeln gut raus. Wir beschliessen, zu Hause bei Simones Eltern noch einmal einen Kurs bezüglich Grillieren mit Holzkohle zu buchen, aber diese Tätigkeit für diese Ferien zu begraben. Höchstens ein bisschen Feuer machen in der Grillschale aus Freude an den Flammen können wir uns noch vorstellen. Weil Simone am Schluss riecht wie das Feuer höchstpersönlich, wird sie nach dem Essen unter die Dusche verbannt, dann lassen wir den Abend noch gemütlich ausklingen und freuen uns auf eine sternenklare Nacht!